Die IP-Schutzart ist ein zweistelliger Code aus DIN EN 60529: Die erste Ziffer steht für den Schutz gegen Staub, die zweite für den Schutz gegen Wasser. IP67 heißt staubdicht und 30 Minuten unter 1 m Wasser geprüft. Voldt®-Ladekabel und mobile Ladegeräte erreichen IP67 mit gestecktem Stecker. Nach dem Abziehen schützt die Kappe die Kontakte.
Veröffentlicht am 02.11.2026 · Vom Voldt®-Produktteam
IP67, Ziffer für Ziffer
Schutz
Nach DIN EN 60529
Staub
Staubdicht nach der Kammerprüfung
Wasser
30 Minuten, 1 m unter Wasser
IP65/IP67
Strahlwasser und Untertauchen sind getrennte Prüfungen. Nur die Doppelangabe belegt beides.
Gesteckt
Voldt®-Stecker erreichen IP67 im gesteckten Zustand. Nach dem Abziehen: Kappe drauf.
IPX4 + IK08
Das Minimum im Freien nach DIN VDE 0100-722.
01 · Der Code
Was bedeuten die zwei Ziffern der IP-Schutzart?
Die erste Ziffer, 0 bis 6, bewertet den Schutz gegen Fremdkörper und Staub, die zweite, 0 bis 9, den Schutz gegen Wasser.
IP steht für International Protection. Der Code stammt aus IEC 60529, in Deutschland als DIN EN 60529 (VDE 0470-1) veröffentlicht. Jede Ziffer nennt die höchste Stufe, die ein Produkt in der Laborprüfung bestanden hat. Ein X steht für nicht geprüft oder nicht angegeben: IPX7 sagt etwas über Wasser und nichts über Staub.
Bei Ladetechnik ist die erste Ziffer fast immer 5 oder 6. Eine 5 lässt etwas Staub zu, aber zu wenig, um Funktion oder Sicherheit zu beeinträchtigen. Eine 6 heißt staubdicht. Am Stecker zählt das, denn Sand und Schmutz zerkratzen die Kontakte und verhindern, dass Dichtungen schließen.
Die Wasserziffer reicht von Tropfwasser (1) über Spritzwasser aus allen Richtungen (4) bis zu Strahlwasser (5) und starkem Strahlwasser (6). Bis 6 schließt jede Stufe die darunterliegenden ein. Die letzten drei sind eigene Prüfungen: zeitweiliges Untertauchen (7), dauerhaftes Untertauchen zu Bedingungen des Herstellers (8) und heißes Hochdruck-Strahlwasser (9).
Abb. 1
Die Wasserziffer: zwei Arten von Skala
1 bis 6: Jede Stufe schließt die vorherigen ein
1
Tropfwasser
2
Schräg, 15°
3
Sprühwasser
4
Spritzwasser
5
Strahl
6
Starker Strahl
7 bis 9: eigene Prüfungen, jede für sich
7
Untertauchen
8
Tiefer, länger
9
Heißer Strahl
DIN EN 60529. Stufe 0 bedeutet keinen Schutz. Eine 7 schließt die Strahlwasserprüfungen 5 und 6 nicht ein.
02 · Die Prüfungen
Wie wird eine IP-Schutzart geprüft?
Im Labor, mit Staubkammer, Wasserstrahl und Tauchbecken nach DIN EN 60529, jeweils mit festen Mengen und Zeiten.
Für eine 6 beim Staub kommt das Produkt in eine geschlossene Kammer mit aufgewirbeltem Talkumpuder. Eine Pumpe hält im Inneren einen leichten Unterdruck von bis zu 2 kPa, damit Staub zu jeder Lücke gezogen wird. Nach höchstens 8 Stunden gilt die Prüfung nur als bestanden, wenn kein Staub eingedrungen ist.
Die Strahlwasserprüfungen drücken Wasser aus einer Richtung gegen die Dichtung. IPX5 arbeitet mit einer 6,3-mm-Düse und 12,5 Litern pro Minute aus 2,5 bis 3 m Abstand, mindestens 3 Minuten lang. IPX6 nutzt eine 12,5-mm-Düse mit 100 Litern pro Minute, also achtmal so viel Wasser. Für IPX7 liegt das Produkt 30 Minuten mit dem tiefsten Punkt 1 m unter Wasser und dem höchsten mindestens 15 cm unter der Oberfläche. Danach wird es geöffnet und besteht, wenn eingedrungenes Wasser weder Funktion noch Sicherheit beeinträchtigt.
Abb. 2
Die drei Laborprüfungen hinter den Ziffern
Staubkammer, IP6X
Aufgewirbelter Talkumpuder
Bis 2 kPa Unterdruck, bis 8 Stunden
Strahlwasser, IPX5 und IPX6
Mindestens 3 Minuten, von allen Seiten
IPX5
12,5 l/min
IPX6
100 l/min
Untertauchen, IPX7
1 m bis zum tiefsten Punkt, 30 Minuten
DIN EN 60529. Ein Tropfen steht für 12,5 Liter pro Minute. Nicht maßstabsgetreu.
03 · Strahl oder Tiefe
Ist IP67 besser als IP65?
Nur beim Untertauchen. IP65 belegt den Schutz gegen Strahlwasser, IP67 den Schutz beim Untertauchen, und nur ein Produkt mit IP65/IP67 hat beide Prüfungen bestanden.
DIN EN 60529 behandelt 7 und 8 als eigene Prüfungen. Ein Produkt mit nur IPX7 hat also nicht gezeigt, dass es Strahlwasser verträgt. Ein Strahl trifft eine Stelle von einer Seite, Untertauchen drückt gleichmäßig von allen Seiten und länger. Eine Dichtung kann die eine Prüfung bestehen und bei der anderen undicht werden.
Deshalb stehen auf manchen Datenblättern zwei Codes, etwa IP65/IP67. Ein Ladekabel liegt weit öfter in Pfützen und stehendem Wasser, als dass es einen Wasserstrahl abbekommt. Für das Kabel zählt also die Tauchprüfung. Eine Wallbox an der Hauswand bekommt Schlagregen ab, und dort ist die Strahlwasserziffer die entscheidende.
Abb. 3
Was jede Schutzart gegen Wasser belegt
Ein Haken heißt: so geprüft und bestanden. Nicht geprüft heißt: Niemand hat es getestet, es gibt also keinen Beleg, dass das Produkt es übersteht.
Strahl
IPX5
Starkstrahl
IPX6
Tauchen
IPX7
IP65
Nur Strahlwasser
IP66
Beide Strahlstärken
IP67
Nur untergetaucht, nie bespritzt
Zwei Codes auf dem Etikett bedeuten zwei Prüfreihen
IP65/IP67
Bespritzt und untergetaucht
IP66/IP67
Alle Prüfungen dieser Grafik
Ein Kabel auf nassem Boden braucht den Haken beim Tauchen. Eine Wallbox im Schlagregen braucht einen Haken beim Strahlwasser.
DIN EN 60529. Bis 6 schließt eine Stufe die darunterliegenden ein, IP66 deckt also auch IPX5 ab. Eine 7 schließt 5 und 6 nicht ein.
Voldt®-Tipp
Hochdruckreiniger und die Lanze in der SB-Waschbox halten wir von Steckern und Steuerboxen fern, egal welche Schutzart sie haben. Die IPX9-Prüfung, gedacht für heiße Hochdruckreinigung, arbeitet mit 80 bis 100 bar. Die Strahlen von IPX5 und IPX6 kommen mit einem kleinen Bruchteil davon aus.
04 · Gesteckt
Wann gilt IP67 bei einem Ladekabel?
Solange der Stecker im Auto oder in der Ladestation steckt. Abgezogen liegt die Kontaktseite offen, dann schützt sie die Kappe.
Eine Schutzart beschreibt ein Produkt immer in einem bestimmten Zustand. Für Fahrzeugstecker im Freien verlangt IEC 61851-1:2017 mindestens IP44 im gesteckten und IP24 im abgezogenen Zustand. Voldt® gibt für seine Typ-2-Ladekabel und mobilen Ladegeräte IP67 im gesteckten Zustand an, wenn die Dichtung zwischen Stecker und Ladedose die Kontakte abschließt. Abgezogen liegen die Kontakte vorn offen. Regen erreicht sie, und ein Stecker, der mit der Kontaktseite nach oben in einer Pfütze liegt, fällt nicht mehr unter die Schutzart. Setzen Sie deshalb die angebrachte Kappe direkt nach dem Abziehen auf.
Die Schutzart hängt auch davon ab, dass der Stecker Form und Dichtung behält. Die Steckergehäuse von Voldt® sind aus einem Stück geformt, ohne geklebte oder verschraubte Nähte. Die Kontakte sind aus versilbertem Kupfer, der Mantel aus TPU. Die Kabel sind für −30 °C bis +50 °C und über 10.000 Steckzyklen ausgelegt (Voldt®-Produktspezifikationen, Oktober 2026).
Abb. 4
Ein Stecker, drei Zustände
IP67
Gesteckt
Mindestwert im Freien: IP44
Geschützt
Abgezogen, Kappe drauf
Kontakte bleiben frei von Wasser und Schmutz
Offen
Abgezogen, ohne Kappe
Außerhalb von IP67. Mindestwert IP24
Voldt®-Produktspezifikationen, Oktober 2026. Mindestwerte für Fahrzeugstecker im Freien nach IEC 61851-1:2017.
Voldt®-Tipp
Wenn Sie im Regen abziehen, halten Sie den Stecker kurz mit der Kontaktseite nach unten, damit das Wasser abläuft, und setzen Sie dann die Kappe auf. Sind die Kontakte doch nass geworden, lassen Sie sie vor dem nächsten Laden im Haus trocknen.
05 · Zu Hause
Welche Schutzart braucht welcher Teil der Ladeumgebung zu Hause?
Ladetechnik im Freien braucht nach DIN VDE 0100-722 mindestens IPX4, und alles, was auf dem Boden liegt, ist mit IP67 besser aufgehoben.
DIN VDE 0100-722, die deutsche Fassung der Errichtungsnorm IEC 60364-7-722 für die Stromversorgung von Elektrofahrzeugen, verlangt im Freien mindestens IPX4 gegen Spritzwasser aus allen Richtungen und IK08 gegen Stöße. Die IK-Stufen stammen aus IEC 62262: IK08 heißt, das Gehäuse hält einen Schlag von 5 Joule aus, das entspricht einer Masse von 1,7 kg aus 30 cm Höhe.
Jede Wallbox mit IP44, IP54 oder höher erfüllt diese Wassergrenze. Prüfen Sie im Datenblatt auch die IK-Stufe. Bei einem mobilen Ladegerät gibt es drei Stellen: den Stecker in der Steckdose, die Steuerbox am Boden, wo sich Regen sammelt, und den Stecker im Auto. Schuko-Außensteckdosen haben meist IP44, oft nur mit geschlossenem Klappdeckel. Prüfen Sie also, ob der Deckel über dem Stecker Ihres Ladegeräts schließt. Blaue CEE-Steckdosen auf Campingplätzen haben mindestens IP44, meist mit Federdeckel.
Abb. 5
Welche Schutzart jede Stelle an der Einfahrt braucht
Außensteckdose
Meist IP44, oft nur mit geschlossenem Deckel
Wallbox
Im Freien mindestens IPX4 und IK08
Steuerbox am Boden
IP67 bei mobilen Voldt®-Ladegeräten
Stecker im Auto
IP67 im gesteckten Zustand bei Voldt®-Kabeln
DIN VDE 0100-722. Voldt®-Produktspezifikationen, Oktober 2026.
Voldt®-Tipp
Bevor Sie sich auf eine Außensteckdose verlassen, stecken Sie das mobile Ladegerät ein und schließen Sie den Deckel. Geht er über dem Stecker nicht zu, gilt die IP44 der Steckdose nicht mehr. Eine Außensteckdose mit tieferem Deckel ist für eine Elektrofachkraft schnell montiert.
Unser Fazit
Lesen Sie eine Schutzart als Prüfergebnis unter festgelegten Bedingungen. Für alles, was auf nassem Boden liegt, achten Sie auf IP67 im gesteckten Zustand, und Außensteckdosen und Wallboxen sollten mindestens IPX4 erreichen.
1
Kappe sofort nach dem Abziehen aufsetzen
2
Hochdruckreiniger von Steckern fernhalten
3
Kabel mit gerissenem Gehäuse oder beschädigtem Mantel aussortieren
Kaufen, wenn Sie im Freien laden: an öffentlichen AC-Säulen oder an einer Wallbox mit Steckdose
Lassen, wenn Ihre Wallbox ein fest angeschlagenes Kabel hat und Sie nie unterwegs laden
Für das Laden im Freien
Typ-2-Ladekabel, 22 kW
Dreiphasig, 32 A, 2 bis 40 m
Für öffentliche AC-Säulen und Wallboxen mit Steckdose.
Sie laden an der Steckdose? Das mobile Voldt®-Ladegerät erreicht ebenfalls IP67.
Sicher laden und Garantie
- Stecken Sie ein mobiles Ladegerät direkt in eine intakte, geerdete Steckdose, nie in ein Verlängerungskabel oder einen Adapter.
- Verwenden Sie kein Kabel mit rissiger Isolierung, verbogenen Kontakten oder Brandspuren.
- Weicht die Betriebsanleitung Ihres Fahrzeugs von diesem Ratgeber ab, gilt die Betriebsanleitung.
Voldt®-Ladekabel und mobile Ladegeräte sind CE-gekennzeichnet und TÜV-zertifiziert und haben 3 Jahre Garantie. Bedingungen und Ausschlüsse finden Sie auf der Seite Garantie und Reklamationen.
CE · TÜV · IP67 · 3 Jahre Garantie · 100 Tage Rückgabe
Häufige Fragen zur IP-Schutzart
Heißt IP67 wasserdicht?
DIN EN 60529 kennt das Wort nicht. IP67 bedeutet 30 Minuten unter 1 m Wasser ohne schädliches Eindringen. Tiefer oder länger fällt unter IP68, zu Bedingungen des Herstellers.
Ist IPX7 dasselbe wie IP67?
Das Wasserergebnis ist dasselbe. IPX7 macht keine Angabe zum Staub, IP67 ergänzt staubdicht.
Was bedeutet IP44 an einer Außensteckdose?
Schutz gegen Fremdkörper über 1 mm und gegen Spritzwasser aus allen Richtungen, bei vielen Steckdosen nur mit geschlossenem Deckel.
Was ist IP69K?
Eine Stufe aus ISO 20653 für Straßenfahrzeuge: 80 °C heißes Wasser unter Hochdruck, wie in der Waschanlage. DIN EN 60529 nennt die entsprechende Prüfung IPX9.
Behält ein beschädigtes Kabel seine Schutzart?
Nein. Die Schutzart beschreibt das Produkt im geprüften Zustand. Durch ein gerissenes Gehäuse oder einen beschädigten Mantel dringt Wasser ein.
Ist Schutzart dasselbe wie Schutzklasse?
Nein. Die Schutzart (IP-Code) beschreibt den Schutz gegen Staub und Wasser, die Schutzklasse (I, II oder III nach IEC 61140) den Schutz gegen elektrischen Schlag.
Voldt®-Produktteam, Produktentwicklung und Support
Entwickelt die Ladekabel und mobilen Ladegeräte von Voldt® und beantwortet die Fragen, die beim Voldt®-Support ankommen.


